Manuel Grassler

New Work = Old Play

Einblick: Lego Serious Play Workshop | Manuel Grassler - LEGO Serious Play Facilitator & Experte für Veränderungsprozesse

Selbstbestimmtes, sinnstiftendes Arbeiten – fernab von strikten Zeitstrukturen und Örtlichkeiten: Ist das, was wir heutzutage New Work nennen, vielleicht gar nicht so innovativ, wie wir manchmal denken?

 

New Work = Old Play: Wie genau ist das zu verstehen?

Es handelt sich dabei um eine These, die sich für mich grundsätzlich aus diesem ganzen New Work Hype ergeben hat. Dazu ein kurzer Exkurs: Ich hab ja in Graz diesen ganzen New Work Wirbel initiiert. Die Idee war es, für Menschen, die sich für Themen wie Arbeitsort- und Arbeitszeitflexibilisierung sowie selbstorganisiertes Arbeiten interessieren, einen Raum zu geben. Dabei fiel mir immer mehr auf, dass all das eigentlich sehr viel mit spielen zu tun. Denn wie schon Frithjof Bergmann, der Begründern von New Work, gesagt hat: „Tu was du wirklich, wirklich willst.“

Bei New Work interagiert man einfach direkt mit der Sache und bekommt sofortiges Feedback: Man sieht, dass das, was man tut eine Wirkung hat, was einem wiederum ein Gefühl der Kompetenz vermittelt.

Im Kontext von New Work geht es also – genauso wie im Spiel – ganz viel um Sinnstiftung und Freude durch das reine Ausüben einer Tätigkeit, oder?

Richtig, auch Themen wie Achtsamkeit und Autonomie fließen da mit ein. Vor allem sehe ich bei New Work aber eben diesen spielerischen Umgang und ein spielerisches Mindset: Man ist offen, auch mal spontan Neues auszuprobieren, zu experimentieren und aktiv zu werden. Indem man Dinge einfach tut, entfernt man sich auch von diesem fiktiven Raum, in dem man sich in der regulären Arbeitswelt sonst oft befindet. Menschen reden häufig darüber, wie etwas sein soll, können dabei aber nicht einmal das zugrundeliegende Problem benennen. Bei New Work hingegen interagiert man einfach direkt mit der Sache und bekommt sofortiges Feedback: Man sieht, dass das, was man tut eine Wirkung hat, was einem wiederum ein Gefühl der Kompetenz vermittelt. Hinzu kommt eine gewisse relatedness, also Zugehörigkeit zu einer Gruppe – das hat man ganz stark in der New Work Community.

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Und was meinst du jetzt mit „Old Play“?

Naja, New Work – also das, was wir heutzutage „Neues Arbeiten“ nennen, ist eigentlich nichts anderes als das, was wir bereits tagtäglich als Kinder gemacht haben. Der Begriff ist für mich also sehr nah am Begriff Play.

Das heißt, wir entdecken etwas wieder, das wir längst in uns hatten und verpacken es jetzt in einen neumodischen Begriff?

Kann man so sagen, ja. Wenn Kinder spielen, tun sie das aus purer Freude und weil sie einen Sinn darin sehen, was sie gerade tun und kommen dadurch in einen richtigen Flow. Sie spielen, experimentieren und fantasieren nicht, weil es ihnen jemand sagt, sondern einfach, weil es in der Natur liegt und sie es von sich aus wollen. Was viele Im New Work Kontext antreibt, ist ja auch das Gefühl von Selbstbestimmtheit. In der Psychologie spricht man hier von der self determination theory: Wirkliches Glück kommt, wenn du ein Gefühl von Selbstbestimmtheit hast. Und genau das haben wir, wenn wir spielen.

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