Manuel Grassler

Workshop zum Lebenslangen Lernen als Anwendungsbeispiel für Playmobil® Pro

Erfahrungsbericht: Workshopdesign mit Playmobil® Pro

Oft kommen Kund*innen auf mich zu und sagen: „Hey Manuel, mach doch mal einen LEGO® Serious Play® Workshop zum Thema XY mit uns!“. Halt, Stop. Bevor ich mich voller Tatendrang ins Workshop-Design stürze, ist es essenziell zu klären: Was ist denn überhaupt die Fragestellung? Am Anfang steht also nicht der Wunsch nach einer bestimmten Methode, sondern immer die Aufgabenstellung im Rahmen des gegebenen Settings.

Vor die Wahl des optimal geeigneten Workshop-Formats wurde ich auch im folgenden Beispiel gestellt. Warum ich mich für Playmobil® Pro entschieden habe und wie das Ganze in der Praxis aussah, möchte ich euch in diesem Erfahrungsbericht schildern. Eines vorweg: Die Methode war goldrichtig.

Die Aufgabenstellung

Im Rahmen eines Kick-off Workshops für einen Weiterbildungsanbieter galt es herauszufinden, ob und inwiefern Lebenslanges Lernen als potenzielles Geschäftsmodell fungieren kann. Im Zuge dessen sollte mittels kollaborativer Annäherung auch definiert werden, was Lebenslanges Lernen im Unternehmenskontext bedeutet. Der Workshop war somit der Startschuss für eine dreimonatige Phase der Konzeptentwicklung, an dessen Ende eine Entscheidung gefällt werden sollte.

Ziel in diesem Stadium sollte es jedoch noch nicht sein, bereits Antworten zu finden, sondern vielmehr das Feld weiter aufzumachen und gemeinsame Unklarheiten und Fragestellungen zu erkunden.

Die Auswahl der richtigen Methode beruht immer auf der Aufgabenstellung im Rahmen des gegebenen Settings.

Playmobil® Pro: Die Akteur*innen im Vordergrund

Spielen ist die natürlichste Form des Lernens. Naheliegend also, das Thema Lebenslanges Lernen auch spielerisch aufzugreifen. Playmobil® Pro stellt dabei die agierenden Personen in den Vordergrund: Im Vergleich zu LEGO® Serious Play® identifizieren sich die Teilnehmenden hier viel mehr mit den Figuren, Rollen und den vorhandenen Gegenständen, da es sich hierbei um Dinge des Alltags handelt. Durch das Nachstellen von Alltagssituationen und Erzählen von konkreten Geschichten wird die Thematik viel stärker in der Realität verankert, während es bei LEGO® Serious Play® viel mehr ins Abstrakte geht.

Genau das war mir in diesem Workshop wichtig: Die Teilnehmenden sollten bei sich selbst beginnen und sich selbst als Ressource sehen. Zum Einstieg durften daher alle ihren eigenen, ganz persönlichen Charakter erstellen. Auf diese Weise wurde gleich zu Beginn der gesamte Erfahrungsschatz der Anwesenden im Raum greifbar gemacht – und dieser war wirklich enorm reichhaltig!

Gemeinsames Storytelling

Anschließend widmeten wir uns der ersten Aufgabenstellung: Gestalte eine Lernsituation aus den letzten drei Jahren. Jeder sollte für sich selbst herausfinden: Wo, warum, wie und mit wem lerne ich? Wann lerne ich und wann nicht? Die Erkenntnisse aus dieser Retrospektive spielten sich die Teilnehmenden anschließend gegenseitig in Kleingruppen vor und reflektierten danach: Was sind die gemeinsamen Muster und welche inhaltlichen Überschneidungen gibt es?

Playmobil® Pro stellt die agierenden Personen in den Vordergrund; durch das Nachstellen von Alltagssituationen und Erzählen von konkreten Geschichten wird die Thematik viel stärker in der Realität verankert.

Das Ergebnis

Durch das gemeinsame Reflektieren entstand eine Fülle von Lerninhalten, woraufhin wir in einem mehrstufigen Prozess eine eigene Definition des Lebenslangen Lernens erarbeiteten, das soziale System analysierten und mittels aufgestellter Szenarien einen ersten Produktprototypen entwickelten. Zusätzlich spielten wir durch, wie ein Lernprozess aussehen und wie dieser unterstützt werden kann.

Aus den im Laufe des Workshops gesammelten Fragestellungen erstellten wir abschließend eine Roadmap, die dem Unternehmen im weiteren Prozess der Konzeptentwicklung die Richtung vorgibt. Damit wurde veranschaulicht, zu welchem Zeitpunkt sich das Unternehmen mit welcher Fragestellung auseinandersetzen muss, um Lebenslanges Lernen als Geschäftsmodell zu erforschen.

Fazit

Playmobil® Pro ermöglicht es, Szenarien und Businessabläufe wortwörtlich durchzuspielen und zu visualisieren. Gerade wenn es wie im beschriebenen Beispiel darum geht, sich gemeinsam einem Thema anzunähern, aus dem Erfahrungsschatz der Teilnehmenden zu schöpfen und dabei den Fokus auf die Personen selbst zu legen, ist die Methode echt genial.

Es benötigt 400 Wiederholungen, um neue Verbindungen im Gehirn zu erzeugen. Außer es passiert im Spiel, dann benötigen wir nur 10 bis 20 Wiederholungen.

– Dr. Karyn Purvis

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